Generalsekretariat
für die Redemptoristische
Jugend- und Berufepastoral

 

„Ladet euch an Christus auf!“

Ancaster, Ontario…

August 2006…

Ein friedliches und atemberaubend schönes Exerzitienhaus…

90 begeisterte junge Menschen und Redemptoristen aus ganz Nordamerika…

Eine dezente Einladung Gottes…

…die Ingredienzien des Dialogs 2006.

Als ich vor ein paar Wochen an einem sonnigen Nachmittag im Mount Mary Immaculate Retreat Centre in Ancaster (in der Nähe von Hamilton, Ontario, Kanada) eintraf, hatte ich nur eine vage Vorstellung von dem, was in der kommenden Woche auf mich zukommen sollte. Aber ich wusste: wenn man junge Menschen und Redemptoristen zusammenbringt und einen „Dialog“ zwischen ihnen initiiert, würden gewiss Dinge passieren, die alle meine Erwartungen übertreffen würden.

Die Dialogveranstaltungen der nordamerikanischen Redemptoristen sind für junge Menschen die Gelegenheit, mit Patres und Brüdern aus dem Redemptoristenorden zusammenzukommen, miteinander zu feiern, und sich über die verschiedensten Themen in Kirche und Welt auszutauschen, über sie nachzudenken und miteinander zu beten. Sie sind auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, in welcher Weise sie das redemptoristische Charisma „den Armen die Frohe Botschaft zu verkünden“, in Zusammenarbeit mit den Redemptoristen in ihrem eigenen Leben umsetzen können, durch Verkündigung, Arbeit in den Pfarreien, Jugendarbeit und Citypastoral.

Der „Dialog“ wird alle drei bis vier Jahre gehalten. Der „Dialog 2006“ fand heuer zum vierten Mal für ganz Nordamerika statt. Andere regionale Dialoge in Kanada und den Vereinigten Staaten finden öfter statt, um den besonderen Bedürfnissen und Anliegen verschiedener Regionen auf dem Kontinent gerecht zu werden.

Das Thema des Dialogs 2006 lautete: Plug into Christ”, “Branché sur le Christ”, “Conéctate a Cristo” (Etwa: „Schließt euch an Christus an!“). Die Atmosphäre während des ganzen Dialogs war unbeschreiblich angenehm und herzlich. Durch die Diskussionen in den Kleingruppen, die lebhaften Gespräche beim Essen und so manche lustige Veranstaltung entstand bald ein starkes Gemeinschaftsgefühl und neue Freundschaften wurden rasch geschlossen. Wir konnten so manches besinnliche Wort von den einzelnen Patres hören, die nicht nur theoretisierend über Gott und ihre Liebe zu ihm sprachen, sondern auch über konkrete persönliche Erfahrungen mit ihm, die sie Gott immer näher brachten und ihren Auftrag immer besser erkennen ließen. Der Generalvikar der weltweiten Kongregation der Redemptoristen, P. Serafino Fiore C.Ss.R., vertrat den Generaloberen P. Joseph W. Tobin C.Ss.R. bei der Veranstaltung und richtete am Ende der Woche folgende Worte an die Teilnehmer: „Die ganze Botschaft des hl. Alfons kreist um diese „verrückte“ Liebe Gottes zur Welt, diese Liebe, die Gott Mensch werden ließ, um für uns am Kreuz sein Leben hinzugeben und Brot für uns zu werden. Die Inkarnation, die Passion und die Eucharistie sind die drei Säulen der redemptoristischen Spiritualität und die Grundlage unserer Lebenseinstellung. Für den hl. Alfons z. B. ist es nicht wichtig, sich zu fragen: ‚Was muss ich tun? Was sind meine Pflichten als guter Christ?’ Vielmehr lautet die entscheidende Frage: ‚Wenn Gott mich so sehr geliebt hat, wie kann ich eine so große Liebe erwidern?’ Für den hl. Alfons liegt der Schlüssel zum Glück darin, Jesus Christus zu erkennen und das Verhältnis zu ihm zum Beweggrund unserer Liebe zu machen. Wenn das Herz sich von dieser Liebe anrühren lässt, wird der Mensch lernen, sein Gewissen und seine Freiheit konsequenter nach ihm auszurichten.“

Wir hatten verschiedene Vorträge und Präsentationen, wir hielten gemeinsame Gebetsstunden. Die Gebetsstunden und die Eucharistiefeiern wurden von Teilnehmern aus den verschiedenen Provinzen der Redemptoristen vorbereitet, wobei die einzelnen Sprachgruppen (Englisch, Französisch, Spanisch und Ukrainisch) ihre Kultur, ihre Lieder und die ihnen eigenen Frömmigkeitsformen einfließen ließen. Wir feierten das Sakrament der Versöhnung an einem ruhigen, friedlichen Sommerabend. Die Sonne ging gerade unter und warf lange Schatten auf die Landschaft, bis uns die Dunkelheit umhüllte. Aber das Licht Christi brannte tief in unseren mit Gott versöhnten Herzen.

Wir brachten dieses Licht Christi den Armen und Verlassenen auf den Straßen der Innenstadt von Toronto, wo wir einen Tag verbrachten. Wir gaben ihnen Lunchpakete und zeigten ihnen unsere Anteilnahme in freundlichen Gesprächen.

Wir hatten aber auch Lagerfeuerromantik, Tanzabende, ein hawaiianisches Luau und frei gestaltete Liturgiefeiern.

Der Teilnehmer Andrij Harasymowycz aus Toronto über die Herausforderung, das Motto des Dialogs 2006 in seinem Leben umzusetzen: „Wenn wir uns auch nur ein bisschen bemühen, wird Christus uns jede Hilfe gewähren, die wir brauchen. Darin wird er unsere Kraftquelle. Daher müssen wir seine Kraftquelle sein, wenn er in der Welt kämpft.“

Für viele Teilnehmer war der Dialog 2006 die erste Gelegenheit Gleichgesinnte zu treffen, was Glaubenserfahrung und den Wunsch, Diener des Evangeliums zu sein, betrifft. Sie alle - junge Menschen wie Redemptoristen - gingen mit der Herausforderung nach Hause, die Gaben und Gnaden, die sie in dieser Woche empfangen haben, in ihr Leben einzuordnen, sie zu hegen und zu pflegen und immer wieder auf sie zurückzugreifen, wenn es gilt, sie in ihrer jeweiligen Pfarrei und Gemeinschaft Frucht bringen zu lassen.

Mehr erfahren Sie auf: www.dialogue2006.org

Sarah Villiger und P. Santo Arrigo C.Ss.R.

Sarah aus der Pfarrei St. Mary’s in Beaverlodge, Alberta (Kanada), hat 2004 in Edmonton am Programm S.E.R.V.E. der Redemptoristen mitgearbeitet und arbeitete auch im Organisationsteam für Dialog 2006 mit.

P. Santo ist der Koordinator der redemptoristischen Berufepastoral mit Sitz in Toronto, Ontario (Kanada), und war der Vorsitzende des Organisationsteams für Dialog 2006.