An
die Redemptoristen in Afrika
Liebe Mitbrüder,
Gnade und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus
(2 Kor. 1, 2).
Mit Freude schreibe ich Ihnen im Namen des Generalrates und der Kommission
für Afrika. In diesem Gnadenjahr der Kongregation
sind bereits zwei für die Kongregation
wichtige Ereignisse in Afrika geschehen.
Am 1. Januar 2008 errichtete der Generalrat
unsere jüngste Vizeprovinz, die von Nigeria.
Im selben Monat trafen sich viele Mitbrüder
in Kenia zur Priesterweihe der ersten
Redemptoristen aus Kenia, und zwar, wie
Sie wissen, mitten in den dortigen politischen
Wirren bei schrecklicher Furcht und Not
vieler Leute. Die Geburt der neuen Vizeprovinz
und die Priesterweihe dieser Mitbrüder
regt uns an zum Mitwirken, auf dass die
Kongregation ihren Sendungsauftrag in
Afrika weiterhin ausführen kann trotz
der schwierigen Verhältnisse, in denen
sich die Redemptoristen vielerorts auf
diesem Kontinent befinden.
Mit diesem
Brief wollen wir Ihnen mitteilen, was
der Generalrat nach Anhören der Kommission
für Afrika beschlossen hat. Diese Kommission
tagte vom 6. bis 8. Dezember 2007. Ein
Sitzungsbericht dieser Kommission liegt
hier bei. Die Kommission tagte zwei volle
Tage mit dem Generalrat, indem sie die
starken und schwachen Seiten der Kongregation
in Afrika erwog. Der Generalrat dankt
den Mitgliedern der Kommission für ihren
Einsatz und ihre Hingabe, nämlich den
Patres Athanase Nsiamina, Georges Darlix,
José Collado, Seán Wales und João Pedro
Fernandes.
Der Generalrat
ist nun besser im Bild über zwei wichtige
Bereiche unseres Missionswerkes, nämlich
die Grundausbildung und die Finanzlage.
Die Beschlüsse ergaben sich aus langen
Erörterungen im Lauf der Generalvisitationen
vom Januar bis Mai 2005 und der afrikanischen
Regionalversammlung im Dezember 2006.
Obwohl noch manches abzuklären ist, möchte
ich Sie über unsere Beschlüsse informieren
und Sie bitten, zu deren Ausführung beizutragen.
Sie werden nicht überrascht sein, dass
der Generalrat sich weiterhin für grössere
Zusammenarbeit unter Redemptoristen sowohl
in Afrika als auch in den anderen Regionen
der Kongregation einsetzt.
Grundausbildung von
Kandidaten
Es ist kein
Geheimnis, dass der Generalrat helfen
will, die Ausbildung der Kandidaten und
Klerikerstudenten zu verbessern. Dabei
geht es dem Generalrat um folgende Anliegen:
Ausbildung des Lehrpersonals, Qualität
der akademischen Ausbildung, geringe Zahl
von Studenten und dementsprechend Mangel
an Gefährten in den Bildungskommunitäten,
mangelhafte Einführung in interkulturelles
Zusammenarbeiten und Zusammenleben, Rollenvermischung
beim Oberen, der zugleich Lehrer ist,
Beschaffung von Finanzen. Dieses und mehr
wurde bei den
Visitationen und an der letzten Regionalversammlung
besprochen. Die Kommission und der Generalrat
hoffen, dass eine Konzentration der Kräfte
verschiedener Provinzen auf gemeinsame
Ausbildungsstätten die Mängel beheben
und die Missionare für das einundzwanzigste
Jahrhundert vorbereiten könnte.
Der Generalrat
ist der Meinung, dass jede Einheit in
Afrika verantwortlich ist für die Erstausbildung
der Kandidaten: erste Begleitung, Auswahl
und Aufnahme von Kandidaten und Postulanten.
Es ist sinnvoll, dass die Abklärung der
Berufung im Kulturkreis des Kandidaten
geschieht. Hingegen strebt der Generalrat
nach bestmöglichen Noviziatskursen. Wir
stellen die besten Erfolge fest, wenn
alle französischsprechenden
Novizen in einem einzigen Noviziat in
Fada N’Gourma (Burkina Faso) beisammen sind sowie die englischsprechenden in Ibadan (Nigeria) und in Merrivale (Südafrika). Zur Zeit hat
die Vizeprovinz Luanda ihr eigenes Noviziat
in Humpata,
aber stellt die Vorteile eines internationalen
Noviziats fest.
Der Generalrat
wünscht, dass die Studien nach dem Noviziat
an vier Orten durchgeführt werden: in
Kitambo (Demokratische
Republik) oder Ouagadougou (Burkina Faso)
für die französischsprechenden
Redemptoristen und in Nairobi (Kenia)
oder Ibadan (Nigeria) für die englischsprechenden; in Nairobi empfehlen wir das Hekima College (die Theologische Fakultät der Jesuiten.
Der Generalrat
hat die Namen jener geprüft, die von den
entsprechenden Oberen als Studienleiter
vorgeschlagen wurden. Wir erwarten von
den zuständigen Oberen die Liste der Ernannten.
Wir sind gern bereit dieselben zu bestätigen
in der Hoffnung, dass auf diese Weise
Kontinuität in der Ausbildung gewährleistet
ist. Wir wissen, dass an einigen Orten
dieses Jahr kein Noviziat und keine Studenten
zu verzeichnen sind; so hoffen wir, dass
die leere Zwischenzeit benützt wird, um
Fachleute für Ausbildung vorzubereiten
und weitere dringliche Massnahmen zu treffen.
Finanzen
Die Kommission
und der Generalrat verwandten viel Zeit,
um die finanzielle Situation der Kongregation
in Afrika zu untersuchen. Wir sind dankbar,
dass auch das Finanzsekretariat an seiner
Sitzung vom November 2007 auf diese Fragen
einging. Es stellen sich zwei Fragen.
Erstens: Wie kann die Kongregation den
afrikanischen Einheiten helfen, ihren
Haushalt in Ordnung zu halten, namentlich
im Bereich der Grundausbildung? Zweitens:
Wie kann die Kongregation eine finanzielle
Grundlage schaffen, die den afrikanischen
Einheiten Sicherheit und Selbständigkeit
bietet?
An der Regionalversammlung
in Ibadan im Dezember 2006 wurde vorgeschlagen,
einen Fonds für Afrika zu schaffen mit
dem Zweck, im Bereich der Grundausbildung
die Einheiten finanziell zu unterstützen.
Der Generalrat hingegen möchte einen Fonds
für Afrika, der im Solidaritätsfonds als
Reserve für Afrika integriert und vom
Generalrat verwaltet ist. Dazu braucht
der Solidaritätsfonds viel mehr Einnahmen,
da die Kommission für Afrika eine jährliche
Unterstützung von € 400,000 für die Kosten
der Ausbildung in Afrika vorsieht.
Der Generalökonom
und ein Generalkonsultor prüfen nun die
Möglichkeit einer Reserve für Afrika,
die im Solidaritätsfonds enthalten ist.
Sie werden im März 2008 dem Generalrat
ihre Empfehlungen unterbreiten.
Traditionsgemäss
übernahm die Mutterprovinz die steigenden
Kosten nach der Gründung einer Vizeprovinz.
Das gilt immer noch, sofern das möglich
ist. Der Generalrat ist sich bewusst,
dass gewisse Mutterprovinzen nicht im
Stand sind, die afrikanischen Belastungen
zu übernehmen und darum die Kongregation
helfen muss.
Schliesslich
begrüsst der Generalrat die Ernennung
eines Redemptoristen zum Prokurator für
Afrika. Dieser soll halbzeitlich der Generalleitung
zur Verfügung stehen, wenn es darum geht,
Geld zu finden für Projekte in Afrika.
Er ist Mitglied der Kommission für Afrika
und soll Beschlüsse dieser Kommission
ausführen. Die Kommmission hat Namen vorgeschlagen,
und die Generalleitung ist im Gespräch
mit den Vorgeschlagenen.
Ich bin sicher,
dass all das unter den Mitbrüdern in Afrika
viel zu reden gibt. Ich hoffe, dass Sie
die Zeit nehmen, Ihre Ansichten einem
Mitglied der Afrikakommission mitzuteilen,
damit Ihre Vorschläge in dieser Kommission
besprochen werden. Der Generalrat wird
weiterhin diesen Anliegen seine ganze
Aufmerksamkeit schenken und sich um stärkere
Solidarität im Bereich Grundausbildung
und Finanzen bemühen. Dazu dient das weitere
Gespräch mit der Afrikakommission, und
wir bitten alle Mitbrüder mitzuhelfen,
dass die Mitglieder der Kommission über
die Gegebenheiten und Erwartungen Ihrer
Einheit im Bild sind.
Unsere Bemühungen empfehlen wir der Mutter des Herrn:
Unsere Liebe Frau von Afrika, Mutter unser
aller, denk an die Menschen in Afrika.
Du warst unter den Aposteln am Anfang
der Kirche; hilf den Aposteln von heute,
dass sie das Wort Gottes entschlossen
verkünden. Du warst offen für den Heiligen
Geist, um Jesus aufzunehmen und der Welt
zu schenken. Erlange vielen jungen Menschen
solche Offenheit und Bereitschaft... Amen!
Brüderlich in Christus, unserem Erlöser,
Joseph W. Tobin, C.Ss.R.
Generaloberer